Freitag, 13. Juli 2012

In Memories

Faszination.
Ein einziges Lied kann ausreichen, um dich Jahre in deinem Leben nach hinten zu werfen.
Angst.

Schon bei den ersten Tönen spürst du dieses längst vergessen geglaubte Gefühl wieder wachsen. Unaufhörlich steigt es aus deinem Bauch auf, schleicht sich durch die Kehle und nistet sich hinter deinen Augen ein. Drängend. Unnachgiebig.
Es ist die gleiche Hilflosigkeit wie schon vor Jahren.
Machtlosigkeit.
So lange hast du es verdrängt, hast gekämpft. Du bist gefallen und hast dich wieder aufgerappelt. Wolltest nichts als vergessen. Du hast es geschafft. In kleinen Schritten. Langsam. Aber du hast niemals aufgegeben. Und all das soll jetzt zunichte gemacht werden? Drei Minuten sollen ausreichen, um jahrelange Arbeit zum Einsturz zu bringen?
Wehrlos wirst du zum Spielball deiner Gefühle. Erinnerungsfetzen blitzen in deinem Kopf auf. Du bist gelähmt. Zu bittersüß ist die Erinnerung. Du warst jemand anders damals. Jünger. Unerfahrener. Verletzlicher. Aber dennoch scheint es jetzt, als wäre die Welt damals trotz allem Schlechten, trotz des Schmerzes, noch heile gewesen. Du wusstest noch, wer du bist. Du hast angeeckt, warst dabei aber immer du selbst.
Wer bist du jetzt? Du hast gelernt, dich anzupassen. Dich zu schützen und zu verstellen. Irgendwo zwischen den ganzen Menschen, die deinen Weg kreuzten und denen du etwas vorgespielt hast, denen du es recht machen wolltest, irgendwo dort hast du dich selbst verloren.
Daran erinnert dich dieses Lied. Es erinnert dich an früher, an dich selbst und daran, dass man die Welt nicht daran hindern kann, sich weiterzudrehen.

Kommentare:

  1. Wunderschön...An welches Lied dachtest du?

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    1. Hej, es geht um kein bestimmtes Lied. Aber Musik ist immer geknüpft an Gefühle und Erinnerungen - das kennt wahrscheinlich jeder

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