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You're All I Need


...this love that I tell now feels lonely as hell ...

Hell scheint der Mond durch das Fenster hinein und taucht dein Gesicht in ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten. Alles an dir scheint noch weicher und zerbrechlicher als sonst. Wie ein Engel... Beinahe scheint es mir, als könne ich in den Schatten hinter dir, deine Flügel erkennen.
Das Weiß deiner großen, weit aufgerissenen Augen funkelt mit dem Mond um die Wette. Schade eigentlich, dass ich das durchdringende Blau, das mich jedes Mal an die Weiten des Meeres und des Himmels erinnert hat, nicht mehr sehen werde. Doch in meiner Erinnerung kann ich es sehen, wann immer ich es will.
Ich kann deinen Atem hören. Hektisch und flach durchbricht er die Stille. Das rasche Heben und Senken deines Brustkorbs ist die einzige Bewegung, die du zulässt. Irgendwo dort muss dein Herz schlagen... Ob du weißt, wie schön du bist?

...you're all I need...

Nicht einen Schritt weichst du zurück, als ich auf dich zu trete. Nun kann ich deinen Atem über meine Wange streifen spüren. Warm und voller Leben. Ich möchte ihn einfangen und ganz alleine für mich beanspruchen. Er soll genauso mir gehören, wie du mir gehörst.
Deine Lippen auf meinen. Eine stumme Vereinigung, ein Liebesgeständnis für die Ewigkeit. Du schlingst deine Arme um meinen Nacken, drückst dich verzweifelt an mich, so dass ich deinen Herzschlag an meiner Brust spüren kann. Oh ja, es schlägt noch. Schneller und kräftiger denn je. In diesem Augenblick schlägt es ganz allein nur für mich und du weißt es. Ich weiß es.
Ich liebe dich.

...so many times I said you'd only be mine...

Es ist ein hässliches Geräusch, als die Klinge des Messers deine Brust direkt über deinem Herzen durchsticht. Es braucht mehr Kraft als gedacht, diese makellose Haut zu zerstören. Ich kann spüren, wie die Klinge Muskeln und Sehnen in deinen Körper durchdringt. Dein kurzer Schmerzensschrei tut in meinen Ohren weh. Doch gleich wird es vorbei sein. Du wirst nicht lange leiden müssen, das verspreche ich dir.
Dein Blut zieht helle Schlieren auf der Klinge, als ich sie zurückziehe und fallen lasse. Dein Blut. Es gehört auch mir, so wie alles an dir von nun an mir gehört.
Fest klammerst du dich an mich und ich halte dich, lausche auf deinen hektischen, rasselnden Atem. Bei jedem Atemzug dringt ein seltsames Geräusch, wie von platzenden Wasserblasen, aus deinem Körper.
Es dauert nicht lange, bis dein Griff schwächer wird und deine Anspannung vergeht. So ist es gut. Ich werde auf dich aufpassen, bis es vorbei ist. Niemals würde ich dich verlassen. Du und ich, wir gehören zusammen.
Umsichtig, meinen Blick fest in deinen verankernd, lasse ich dich auf den Boden sinken. Blut durchtränkt deine Kleidung, tropft langsam auf die hellen Fliesen. Deine Augen sind sogar noch größer als vorher, doch mit jeder Sekunde schwindet ein bisschen mehr Leben aus ihnen. Es geht so schnell...

...I love you so, so I said you free. I had to take your life...

Ich lege mich zu dir auf den Boden und lege meine Hand auf dein nur noch schwach schlagendes Herz. In einem letzten vergeblichen Aufbegehren verausgabt es sich bei dem Versuch, genug Sauerstoff durch deinen Körper zu pumpen. Doch zu solchen Meisterwerken ist nicht einmal dein Herz in der Lage.
Jetzt wirst du bis in alle Ewigkeiten zu mir gehören. Niemals muss ich wieder Angst haben, dass man dich mir nehmen könnte.
Dein warmes Blut bedeckt meine Hand. Am liebsten würde ich mich hinein legen, denn es ist ein Teil von dir. Ein Teil, der uns mehr verbindet, als alles andere es könnte.

..you're all I need, make you only mine...

Die Arme um dich gelegt bleibe ich bei dir liegen und begleite dich auf deinem letzten Weg. Kurz bevor du deinen letzten Atemzug tust, gebe ich dir einen letzten Kuss auf deine noch warmen Lippen. Die Besiegelung eines Versprechens. Des Versprechens, dass wir uns wiedersehen werden. Nicht hier und nicht heute, aber ich werde zu dir kommen, wenn die Zeit da ist.
Dann versiegt dein pfeifender Atem und dein Blick bricht. Es ist vorbei. Doch bevor ich dir den letzten Dienst erweisen und deine erstarrten Augen schließen kann, fliegt die Tür laut krachend gegen die Wand.

Sie wollen dich mir nehmen...!

Laute Stimmen, so viele Menschen... Wieso lassen sie mich nicht in Ruhe Abschied von dir nehmen? Ich will nicht von dir fort!

Kaltes Metall um meine Handgelenke. Gelähmt, nicht in der Lage, dich vor ihnen zu beschützen. Sie packen dich in einen schwarzen Sack. Er sieht aus wie ein Müllbeutel. Mein Engel, was tun sie dir an?

...I've got so much to learn about love in this world...

Dann bist du fort. Das einzige, was sie mir gelassen haben, ist dein Blut auf den Fliesen.

So viele aufgebrachte Stimmen, das Heulen einer Sirene. Sie verstehen nichts. Gar nichts.

Kaltes blaues Licht, kalte Fesseln.

Weine nicht, du wirst nicht lange alleine sein. Wenn du auf mich wartest, dann werden wir uns wiedersehen. Vereinigt im Tod. Wie Romeo und Julia.
Das hättest du nicht gedacht, nicht wahr? Dass wir eines Tages ins Fernsehn kommen würden. Dass wir es ihnen allen zeigen würden.

Bitte warte auf mich.

Ich liebe dich...

...I love you so, so I put you to sleep...

Kommentare

  1. Ziemlich interessanter Text. Bringt mich zum nachdenken.

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    1. Wenn er dich zum Nachdenken gebracht hat, hat er ja was erreicht. Freut mich! :)

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  2. ein super blog !!!

    p.s hast nun ein Follower mehr !!!

    würde mich auf dein feedback rießig freuen und natürlich auf nette stammleser !

    mfg
    http://versuch908.blogspot.de/

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